CV or not to be: Was gehört in den Lebenslauf eines Interim Managers?

Autor: Malte Borchardt

Eigentlich sollte es eine Selbstverständlichkeit für Interim Manager sein, einen inhaltlich und gestalterisch perfekten Lebenslauf zu besitzen. Also: Übersichtlich aufgebaut, alle Inhalte enthalten und schnell zu finden, nicht zu kurz und nicht überladen … Soweit die Theorie. In der Praxis sieht es oft ganz anders aus. Unter vielen mäßigen CVs finden sich nur wenige Leuchttürme. Hilfe naht: Wir zeigen Ihnen, wie Sie in der nächsten Akquiserunde punkten. 

Das gehört in den CV eines Interim Managers:

Allgemeine Angaben:

  • Eigentlich selbstverständlich: Denken Sie an Kontaktadresse, Telefonnummer, eMail- und Internetadresse.
  • Ein ordentliches (Business-)Foto Ihrer Person sollte natürlich auch nicht fehlen.
  • Wenn Sie darüber verfügen, dann setzen Sie Ihr Logo und Ihren Claim ein, um dem Leser direkt zu zeigen, wer Sie sind.

USP, Erfahrungsschwerpunkte und Kernkompetenzen:

  • Bringen Sie sich und Ihr Angebot in maximal drei Sätzen auf den Punkt.
  • Fassen Sie Ihre Erfahrungsschwerpunkte und Kernkompetenzen in fünf bis sieben Bullet-Points zusammen.

Die folgenden Fragen helfen Ihnen dabei, die Inhalte für diesen Bereich zu finden: 

  • Was können Sie leisten, was bringen Sie als Interim Manager mit?
  • Welche Erfahrungen haben Sie gemacht?
  • In welchen Punkten setzen Sie sich positiv von Mitbewerbern ab?
  • Was hat der potenzielle Kunde davon, wenn er Sie bucht?

Variieren Sie diese Punkte und passen Sie sie jeweils an die Anforderungen des Mandates an, für das Sie sich bewerben. Es kann schon ausreichen, wenn Sie die Reihenfolge umstellen oder andere Schwerpunkte setzen.

Informationen zu ihren einzelnen Mandaten:

Hier ist der Unterschied zwischen einem klassischen CV und dem CV eines Interim Managers hervorzuheben. Hier stehen nämlich nicht die Hierarchie-Ebenen im Vordergrund, sondern Aufgabenstellungen, die Umsetzungsleistung und Ziele. So soll der Leser – und hoffentlich auch bald der Auftraggeber – direkt erkennen: Ja, der ist für mein Thema der richtige, der hat das schon mal gelöst. Den möchte ich persönlich treffen!

Strukturieren Sie die einzelnen Interim Management-Stationen jeweils in Aufgabe, Umsetzung und Ergebnis. In jeder der Kategorien fassen Sie die Inhalte in wenigen Aufzählungspunkten zusammen.

  • Nennen Sie die Besonderheiten, nicht das, was man sowieso von Ihnen erwarten darf! Beispiel: Dass Sie als CFO den Jahresabschluss verantwortet haben, ist selbstverständlich und darf erwartet werden. Wenn Sie das aber im Konzernverbund unter Einbeziehung von 15 außereuropäischen Tochtergesellschaften getan haben, und dabei vielleicht noch einen Zukauf integriert haben, dann ist das besonders und erwähnenswert.
  • Wichtige Informationen sind auch Ihre Budget- und Mitarbeiterverantwortung im Rahmen des Mandats.
  • Ergänzen Sie unbedingt den Zeitraum des Mandats, nennen Sie das Unternehmen, sofern Sie dafür die Freigabe haben, und geben Sie das Umsatzvolumen und die Mitarbeiterzahl, die Branche, ggfs. auch den Teilmarkt und den Firmensitz an.

Gibt es weitere Besonderheiten im Mandat – dann her damit. Alles was Sie ungewöhnlich erscheinen lässt, „bleibt beim Gegenüber hängen“.

Informationen zu ihren Positionen in Festanstellung:

  • Je nachdem wie weit die Festanstellung schon zurückliegt, können Sie die Station hier kürzer fassen. Wenn Sie mehr als fünf Interim Management-Mandate aufweisen können, dann nennen Sie für die Positionen in Festanstellung nur noch Unternehmen, Ort, Zeitraum, Budget- und Mitarbeiterverantwortung sowie ganz wichtige Highlights.
  • Haben Sie weniger als fünf Interim Management-Mandate absolviert, dann verfahren Sie mit den Festanstellungen etwas ausführlicher, z. B. so wie unter „Mandate“ beschrieben.

Ausbildung und Softskills:

  • Fassen Sie sich auch in diesen Punkten eher kurz. Wichtig sind: Ausbildung (ab dem Studium/der beruflichen Ausbildung genügt), Fremdsprachenkenntnisse, relevante Fachkenntnisse und Fortbildungen sowie Auslandsaufenthalte und wichtige Mitgliedschaften
  • Ganz zum Schluss nennen Sie gerne auch noch ein bis zwei weichere Fakten wie zum Beispiel ihr gemeinnütziges Engagement oder interessante Hobbies.

Aufbau und Gestaltung:

  • Verkünsteln Sie sich nicht, denn der Inhalt steht im Vordergrund.
  • Aber: Achten Sie auf durchgängige Formatierungen, einheitliche Textgrößen für Headlines, Texte, Aufzählungen, so dass die wesentlichen Inhalte schnell zu erfassen sind. Bei den Farben sind Sie eher zurückhaltend.
  • Beschränken Sie sich auf eine Schriftart und wählen Sie eine nicht zu kleine Schriftgröße.

Wichtig: Der finale Check!

Der CV muss vor jedem Versenden nochmals genau geprüft und auf den Empfänger angepasst werden. So sollten – an sofort sichtbaren Positionen – Keywords untergebracht werden, die genau zum Anforderungsprofil des Suchenden passen. Aber: Nichts verfälschen, nichts „bringen“, was nicht wirklich belegt werden kann.

Zum Schluss drucken Sie den CV aus und prüfen, ob alles gut lesbar ist.

Es erfordert Muße und Zeit den eigenen CV anzupassen, ihn inhaltlich, strukturell und gestalterisch aufzupeppen. Doch es lohnt sich mutig zu sein und das Thema anzugehen, denn der CV ist nicht selten der Türöffner zu einem persönlichen Gespräch. Kunden und Provider werden es Ihnen danken!

Kennen Sie schon unseren CV-Check. Wir nehmen ihren Lebenslauf unter die Lupe und zeigen Optimierungspotenziale auf. Sprechen Sie uns gerne an!

Blogbeitag weiterempfehlen: